Station 19: Der Hohe Schwarm

Einer alten Sage zufolge ließ ein Priester eine Taube fliegen, um einen Bauplatz für die Burg zu finden. Sie ließ sich auf einer Eiche nieder. Als der Baum gefällt wurde, stieg aus ihm ein Schwarm wilder Bienen in die Höhe auf. So kam die Burg wohl zu ihrem Namen.

Die Reste der Burg vermitteln noch heute ein gutes Bild vom ursprünglichen Aussehen. Auf der quadratischen Grundfläche von etwa 17 m wurden 5 Geschosse mit bis zu 2 m starken Mauern errichtet. Im zweiten Geschoss befand sich offenbar ein beheizbarer Fest- und Versammlungsraum, was Reste eines Wandkamins belegen. Die Ecktürme boten einen weiten Blick über die Stadt und das Saaletal


Die Geschichte der Burg
Im frühen Mittelalter residierten Kaiser und Könige noch nicht an festen Höfen, sondern reisten durch ihre Besitzungen – von Pfalz zu Pfalz und von Burg zu Burg. Eine solche Pfalz lag etwas saaleabwärts auf dem Petersberg. Schon vor über 1.000 Jahren hielten hier Könige und Kaiser Hof: zuerst die Karolinger, dann die Ottonen. Viel später wurde dort wieder ein Schloss errichtet, in dem jetzt das Landratsamt ist. Zu den sehr einflussreichen deutschen Männern im Mittelalter gehörte der Erzbischof von Köln. Er bekam die Pfalz Saalfeld im 11. Jahrhundert geschenkt und stiftete den Petersberg zum Bau eines Benediktinerklosters. Nun brauchte er einen eigenen Grundhof. Hierfür wählte er das Gelände der heutigen Burgruine „Hoher Schwarm“. Die nachfolgenden Stauferkaiser erweiterten diese Siedlung erneut zur Pfalz. Die benachbarte romanische Nikolaikirche stammt wohl aus diesen Zeiten. 1208 erhielten die Grafen von Schwarzburg die Reichsstadt Saalfeld als Pfand. Sie begannen um 1300 mit dem Bau der gotischen Burg. Die Schwarzburger selbst wohnten – mit Ausnahme einer Grafenwitwe – nie hier, nur ihre Burgmannen, auch Vögte genannt. Diese sorgten für Recht und Ordnung und waren für Verteidigung, Finanzen und Ländereien zuständig. Im 15. Jahrhundert wurde der Verwaltungssitz an den Marktplatz verlegt. Da gehörte die Stadt schon zu Sachsen. Der „Hohe Schwarm“ verfiel zur Ruine. Diese kaufte die Stadt im Jahre 1551 und ließ über die Hälfte abreißen. Mit den Steinen vom „Hohen Schwarm“ wurden Häuser gebaut und die Saalebrücke ausgebessert.