Station 3: Das Renaissance-Rathaus

Im Mittelalter wurde Saalfeld durch Bergbau und Handel sehr reich und mächtig. Mit diesem prunkvollen Bau zeigten die Saalfelder Bürger ihren Wohlstand und ihr Selbstbewusstsein – sie bauten sich sozusagen ihr Schloss.

Die Siedlung namens „salauelda“ wurde im Jahr 899 erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Friedrich Barbarossa ließ Saalfeld als Reichsstadt planmäßig anlegen. Im Jahr 1208 erhielt sie das Stadtrecht. 1517 legte ein Stadtbrand 176 der 267 Bürgerhäuser in Schutt und Asche, auch eines der beiden Rathäuser.
Die Zerstörung durch Brandstiftung war so gewaltig, dass man vom Markt aus in fast allen Himmelsrichtungen die Stadttore sehen konnte. In den Jahrzehnten danach bauten die Saalfelder ihre Stadt schöner als vorher wieder auf. Beim Bau des Rathauses wurde die damalige Bautradition mit modernen Einflüssen der Renaissance verbunden.

Die Wappen
Stolz zeigten die Saalfelder Bürger mit den beiden Barben in ihrem Stadtwappen, dass sie in der Saale fischen durften. Dieses Recht stand damals nur den Landesherren zu. Im Jahr 1346 übertrugen die Grafen von Schwarzburg dieses Privileg an die Stadt, die nun selbst die Mengen und Preise beim Handel auf dem Fischmarkt gegenüber dem Rathaus festlegen konnten. Die beiden Wappen am rechten Erker huldigen dem zur Rathauseinweihung regierenden Landesherren Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, genannt der Großmütige, und seiner Frau Sibylle von Jülich- Kleve-Berg.

Der Tuchboden
In der zweiten Etage boten bis zu 36 Saalfelder Woll- und Leinenwebermeister ihre Stoffe an. Damals war die Saalfelder Elle das in der Stadt übliche Maß; der Eisenstab links neben dem Rathausportal misst 56,6 Zentimeter.

Der Stadtrat
Im ersten Stock tagte der Stadtrat. Hier entschieden zwölf Stadträte und meist zwei Bürgermeister über die Finanzen und die Verteidigung der Stadt, schlichteten Streitfälle, nahmen neue Bürger in die Gemeinschaft auf und überwachten den Handel. Noch heute künden die verzierten Holzdecken im Sitzungssaal von der damaligen Pracht.

Der Ratskeller
Im Erdgeschoss wird seit jeher getafelt. Früher tischte im Ratskeller meist ein Saalfelder Fleischermeister die Speisen auf.